Volkskrankheit Osteoporose
Falsche Ernährung, zu wenig Bewegung und häufige Diäten: Osteoporose-Erkrankungen nehmen zu. Hierzulande sind mehr als ein Viertel der über 50-Jährigen betroffen, etwa 7,8 Millionen Menschen – vor allem Frauen. Da jedoch nicht einmal 25 Prozent davon richtig diagnostiziert werden, drohen folgenschwere Knochenbrüche, chronische Schmerzen und mitunter sogar Pflegebedürftigkeit. Osteoporose schränkt die Lebensqualität beträchtlich ein.
Inzwischen wurde Osteoporose auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf die Liste der zehn wichtigsten Krankheiten gesetzt. Die Auswirkungen auf das Gesundheitssystem sind schon heute enorm: Derzeit schlagen allein in Deutschland direkte und indirekte Behandlungskosten mit etwa 2,5 bis 3 Mrd. Euro zu Buche. Mit der zunehmenden Alterung unserer Gesellschaft steigt auch die Zahl der an Osteoporose Erkrankten. Schätzungen gehen von 52 Millionen betroffener Frauen im Jahr 2010 aus und 61 Millionen im Jahr 2020 (Quelle: www.osteoporose.de).
Was passiert dabei im Körper?
Unter Osteoporose – im Volksmund auch als Knochenschwund bekannt – versteht man eine Erkrankung des gesamten Skelettsystems. Gekennzeichnet ist sie durch Abnahme der Knochenmasse, -struktur und -funktion sowie eine erhöhte Neigung zu Knochenbrüchen.
In einem gesunden Knochen wird ständig neues Knochengewebe aufgebaut und altes abgebaut. Dabei halten sich diese beiden gegenläufigen Prozesse die Waage. Bei Osteoporose stimmt dieses Gleichgewicht nicht mehr. Das heißt: Entweder wird Knochen zu wenig aufgebaut oder zu stark abgebaut. Infolgedessen wird die Feinstruktur des Knochens porös, und die Knochenmasse bildet sich zurück. Mit der Knochenarchitektur verschlechtert sich auch die Knochenstabilität.
Besonders problematisch ist hierbei, dass die Krankheit schleichend und über lange Zeit weitestgehend schmerzfrei verläuft. Die Osteoporose bildet sich im Laufe vieler Jahre, manchmal sogar Jahrzehnte. Oft merken die Betroffenen das allerdings erst im fortgeschrittenen Stadium oder – schlimmer noch – wenn es zu Knochenbrüchen kommt. Bei Osteoporosepatienten sind dies vor allem Brüche des Oberschenkelhalses und des Handgelenks, die selbst im Sitzen oder Gehen passieren können. Typisch sind auch Wirbelkörpereinbrüche an der Wirbelsäule, die nicht selten mit einem Hexenschuss verwechselt werden.
Die Heilungseigenschaften der Knochen sind bei einer diagnostizierten Osteoporose zum Glück nicht eingeschränkt. Allerdings besteht gerade bei mehrfachen Brüchen die Gefahr, dass die Knochen defekt verheilen. Dann werden selbst Alltags-Bewegungsabläufe wie Gehen, Heben oder Bücken unmöglich. Oft können Patienten noch nicht einmal mehr eine Tasche tragen oder den Staubsauger hinter sich herziehen. Langfristig führt die Osteoporose zu einer Wirbelsäulendeformierung, die chronische Schmerzen verursacht.
Welche Ursachen kann sie haben?
Die Hauptursache von Osteoporose ist ein gestörter Knochenstoffwechsel. Dieser wiederum kann unterschiedliche Ursachen haben. Da Osteoporose zum überwiegenden Teil genetisch, also familiär bedingt ist, sind einige dieser Faktoren nicht beeinflussbar. Andere wiederum lassen sich sehr wohl vermeiden: übermäßiger Kaffee- und Nikotingenuss, einseitige Ernährung oder auch Bewegungsmangel. Bei Frauen steigt das Osteoporose-Risiko in und nach den Wechseljahren überproportional an, weil durch das Fehlen des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen der Knochenaufbau zurückgeht. Gerade dieses Hormon aber ist besonders wichtig, da es die Steuerung der Calciumaufnahme in den Knochen mitbestimmt.
Grundsätzlich unterscheidet man die primäre Osteoporose (95% der Erkrankten), die ohne organische Ursache auftritt, und die weit seltenere sekundäre Osteoporose. Diese entwickelt sich als Folge anderer Erkrankungen oder durch die Einnahme bestimmter Medikamente wie etwa Cortison.
Wie sieht eine optimale Vorsorge aus?
Die optimale Osteoporose-Prophylaxe ruht auf drei Säulen: Ernährung, Bewegung und Calcium. Am effektivsten ist sie natürlich bis etwa zum 35. Lebensjahr, wenn die so genannte „peak bone mass“ (maximale Knochenmasse) erreicht ist. Aber auch danach lassen sich die Umbauprozesse günstig beeinflussen. Die richtige Ernährung spielt hierbei eine große Rolle. Die wichtigsten Grundregeln für eine knochenstärkende Ernährung sind ganz einfach: Viel Milch und Vollkornprodukte, Obst, Kräuter und grünes Gemüse. Zurückhaltung geboten ist bei Fast Food, Fleisch und Wurst, Kaffee, Alkohol, Cola-Getränken und Salz. Kurzum: Knochenbewusste Ernährung sollte abwechslungsreich sein sowie reichlich Calcium, Vitamin D und Vitamin K enthalten. Allerdings ist eine strenge Diät, die sich ausschließlich am Calcium-Gehalt orientiert, nicht unbedingt empfehlenswert. Erst in der Verschiedenheit der Lebensmittel entstehen die für die Gesundheit wichtigen Synergieeffekte zwischen den einzelnen Inhaltsstoffen.
Vorbeugung und Therapie: Calcium und Vitamin D
Die Gefahr von Osteoporose wird von vielen Betroffenen unterschätzt. Dabei ist die vorbeugende Versorgung der Knochen wirklich einfach: täglich hoch dosiertes Calcium und Vitamin D. Calcium sorgt für Stabilität und Belastbarkeit des Knochens, ist aber als Mineralstoff alleine nicht ausreichend. Das fettlösliche Vitamin D wirkt zusätzlich als eine Art Einbauhilfe und sorgt dafür, dass das Calcium über den Darm resorbiert werden und in den Knochen gelangen kann. Eine konstante Einnahme von Vitamin D ist also wichtig für die optimale Versorgung der Knochen mit Calcium. Allerdings wird Vitamin D nur in geringem Maße über die Nahrung aufgenommen. Auch die körpereigene Produktion über die Sonneneinstrahlung auf die Haut lässt mit dem Alter nach.
Kombinations-Präparate enthalten beide wichtigen Stoffe in hoher Dosierung: Calcium und Vitamin D. Somit wird sichergestellt, dass das Calcium nicht ungenutzt ausgeschieden wird. Gute Kombipräparate sind in unserer Apotheke erhältlich und werden etwa bei manifester Osteoporose von den gesetzlichen Krankenkassen voll erstattet.











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